1994: Bau unseres selbstkonstruierten Niedrigenergiehauses

Meine Frau und ich hatten relativ genaue Vorstellungen, wie unser eigenes Haus einmal aussehen sollte, und so machten wir uns im Jahre 1992 auf die Suche nach einem Architekten, der unsere Vorstellungen umsetzen würde.
Nach einem Jahr gaben wir es auf. Kein einziger Architekt war bereit oder fähig auf unsere Wünsche einzugehen. „Niedrigenergie“ und „Ökologie“ waren bei den Architekten damals noch kein Thema.
Damit war klar: Unser Haus wird von einem Maschineningenieur (nämlich mir) konstruiert. Die Suche nach einem Holzbauer, der meine Maschinenbauzeichnungen verarbeiten konnte war erfolgreich. In der Holzbaufirma Bumann von Mörel fanden wir einen kompetenten Partner. Es gelang sogar, meine CAD-Daten direkt zu übernehmen und daraus den Holzabbund zu erstellen (das war 1993/1994 !!)

Dank dem guten Holzbaupartner und lokalen, uns bereits  bekannten Handwerkern, entschlossen wir uns, auch die Bauleitung selbst zu übernehmen.
(Damals hatte ich noch Nerven)

Das Haus war für damalige Verhältnisse mit durchgehend 20cm überdurchschnittlich isoliert, was dank flexiblem Holzbauer sehr gut machbar war. Hier der Querschnitt durch die Wände.

1. Aushub und Untergeschoss.

Beim Aushub trafen wir auf mehrere Quellen, obwohl vorgängig schon entwässert wurde. Die Quellen wurden gefasst und unter der Bodenplatte weggeführt. Das Wasser speist heute den Brunnen im tieferliegenden Nachbarshaus.

– Sickerkies, Magebeton und darauf eine armierte Betonbodenplatte.
– Aussenwände betoniert, Innenwände gemauert.
– Kellerdecke betoniert, Wasser, Abwasser, Strom etc eingelegt.

2. Der Holzbau entsteht im Werk

Balken werden auf moderner Abbundanlage gefräst.

3. Der Holzbau wird auf das Kellergeschoss aufgerichtet

Mit 3 Lastwagenladungen kam der komplette Holzbau an und wurde innerhalb einer Woche aufgerichtet.
Nicht immer war das Wetter so schön wie auf den Fotos. Öfters musste der Bau mit einer Riesenplane vor dem Regen geschützt werden (siehe letztes Bild).

4. Dach mit Sonnenkollektoren, Fassade

Es handelt sich um ein Kalttdach. Die Wärmeisolation ist auf der Decke des Obergeschosses eingebaut.
– Ziegeleindeckung.
– 4 Kollektoren Typ Agena Azur = 10 Quadratmeter
– Dachabschlüsse und Einfassungen in Kupfer, innenliegende Dachrinne

Die Fassade wurde mit Lasur auf Leinölbasis 2-3mal gestrichen. Auch da durfte ich selber Hand anlegen.

5. Isolation, Bodenheizung

Das gesamte Haus ist mit Zelluslosefasern isoliert, welche feucht von innen auf die Aussenwand gespritzt wurden. Erst nach mehrwöchiger Austrocknungszeit wurden die Wände mit Holz-Täfer oder Fermacell-Platten geschlossen.
Die Böden sind mit PU-Hartschaumplatten isoliert. Im Obergeschoss ist zusätzlich eine Tritschalldämmung aufgelegt. Darauf wurden die Bodenheizungsrohre verlegt.
Im ganzen Gebäude wurden Zementunterlagsböden eingebracht